Bei einem sogenannten Poetry Slam handelt es sich um eine Art modernen Dichterwettstreit. Jeder kann mitmachen und seine/ihre selbstverfassten Texte innerhalb einer bestimmten Zeit präsentieren, die dann vom Publikum bewertet werden. Dieses Format ist alles andere als unbekannt und gewinnt immer mehr begeisterte ZuschauerInnen. Aber wer könnte es besser erklären als Sebastian23, einer der renommiertesten deutschen Poetry Slammer - hier bei der NDR Talk Show. Daneben eine Kurzinfo zu den geltenden Poetry-Slam-Regeln.

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Links: Sebastian Rabsahl ist Kabarettist, Liedermacher und einer der bekanntesten Poetry-Slammer Deutschlands. NDR Talk Show vom 20. Jänner 17
Rechts: Das Eröffnungsvideo wurde zu Beginn des SLAM 2016 in Stuttgart eingespielt. Hergestellt von Tino Bomelino.

Poetry Slam ist aber noch so viel mehr als das Veranstaltungsformat an sich. Eigentlich ist es die Zusammenführung zweier Kunstformen, der Literatur und des Schauspiels. Es geht zwar in erster Linie um den Text, aber die Performance bzw. Inszenierung rundet den Vortrag ab. Im Fokus steht somit das „gesprochene Wort“ (Spoken Word).
Und der Inhalt. Der Inhalt der Texte ist vielschichtig. Dennoch kann man sagen, dass gesellschaftspolitische und aktuelle Themen, neben der Liebe und Sinnsuche, überwiegen. Diese können sowohl in lustiger Art und Weise als auch in nachdenklichen Verszeilen präsentiert werden. Das obliegt der Slammerin/dem Slammer selbst. Manchmal schockieren sie, ein anders Mal berühren sie. Allgemein lässt sich feststellen, dass Authentizität beim Publikum am besten ankommt.
Das Zitat „The points are not the point. The point is poetry!“ sollte sowohl den SlammerInnen als auch den ZuschauerInnen gegenüber klar definiert werden.

Ergänzend möchten wir festhalten, dass die Poetry Slam Szene – auch „Slamily“ genannt – schon fast eine eigene Lebenseinstellung vorweist. Wenngleich das Format momentan einen Hype erlebt, bleiben die Poetry SlammerInnen ihren Werten treu. Alle Menschen sind gleich – egal, welche Nationalität, welche Religion, welche Sprache, welches Geschlecht, welcher Status. Sollten sie in anderen Bereichen erfolgreich sein (fast alle SlammerInnen sind kulturell weitgefächert), als Autor, Musiker, Kabarettist, Schauspieler etc., bleiben ihre Gagen bei den Poetry Slams dennoch gering. Es sei denn, es handelt sich um rein kommerzielle Auftritte. Da ist sich die Szene einig – ebenso darüber, dass es generell (Ausnahmen bestätigen die Regel) keine Geldpreise gibt. Ferner wird in der Community ein reger Austausch geführt. Wenn man einmal in Kontakt ist, kann man sich der Unterstützung untereinander sicher sein.

Schwerpunkt Jugend
Insofern können wir Jugendliche nur darin bestärken, diesen Weg zu gehen. Gerade in Zeiten, in denen sie sich manchmal „desorientiert“ fühlen, erfahren sie beim Poetry Slam Wertschätzung und Anerkennung. Außerdem haben sie die Möglichkeit ihre Gefühle, Ängste und Probleme aufs Papier zu bringen. Gleichzeitig lernen sie Verantwortung zu übernehmen. Sie müssen selbst an ihren Texten arbeiten und zu einer bestimmten Zeit vor Ort sein. Ihr Erfolg hängt also von ihrem eigenen, persönlichen Einsatz ab. Und wie erwähnt, kann man auch die Unterstützung zwischen den SlammerInnen beobachten.
Durch die Beschäftigung mit ihren eigenen, aber auch gehörten Texten, beginnen viele Jugendliche, sich selbst mehr für Sprache und Literatur zu interessieren und überraschen fortan mit herausragenden Leistungen, wie wir selbst oft erleben durften!

Zusammenführung von Literatur und Schauspiel

Poetry Slam ist Vielfalt!

Zitat von Allan Wolf

Poetry Slam steht für Werte und Bodenständigkeit
(im Sinne von „down to earth“, am Boden geblieben)

Vorbildfunktion

(Selbst-)Verantwortung

Bildungsförderung